Dozent: Tobias Ebbrecht
Sa/So 16. und 17. März 2013, jeweils 10-18 Uhr
Teilnahmebeitrag: 100 Euro ( Soli 120 Euro, ermäßigt 80 Euro )

Der (ideologisierte) Blick des Dokumentarfilms

am 16.03.2013 um 10.00 Uhr

Anmeldung: Karen Francia: perdida[at]gmx.net

Inhalt des Workshops

Dass auch dokumentarische Filme immer Abhängig von bestimmten Perspektiven und Blickwinkeln, von einer bestimmten Auswahl und Einstellung sind, gehört heute zum commen sense bei Dokumentarfilmern. Dass das Medium aufgrund seiner photographischen Aufzeichungsfunktion aber dennoch einen priviligierten Zugang zur äußeren Wirklichkeit hat (wenn auch vermittelt), ist ebenso bekannt.
Welche Konsequenzen folgen daraus, wenn wir uns “dokumentarischen” Filmen zuwenden, die in einem gesellschaftlichen Umfeld entstanden sind, in dem sich mehr oder weniger offen und intendiert ein ideologisierter Blick einschreibt? Wie geht man heute mit solchem Material um? Wo bricht die ideologische Formierung durch Fehlleistungen und die Kraft des “optisch-unbewussten” (Walter Benjamin) auf? Wo wird sie gerade dadurch tradiert? Und welche Konsequenzen folgen daraus für die eigene Filmarbeit?
Am Beispiel von Filmen aus und über den Nationalsozialismus, die DDR und den Kolonialismus sollen diese Fragen diskutiert werden.

Tobias Ebbrecht
ist Filmhistoriker und Autor von “Geschichtsbilder im medialen Gedächtnis. Filmische Narrationen des Holocaust” und “Bilder hinter den Worten. Über Romuald Karmakar”. Er forscht über die Erinnerungsfunktion von Filmen und anderen audivosuellen Medien. Derzeit führt er ein Forschungsprojekt zu Archivfilmen aus der Zeit des Holocaust durch.